Kontext: Konventionell herrscht die Meinung vor, man
erreiche Friede mit Kompromissen; die Geschichte sollte uns eines
Besseren belehrt haben! Doch ungeachtet davon meinte die
Bundeskanzlerin Angela Merkel 2007 vollmundig nach
Wettbewerbschancen für Deutschland suchend: "Genau wie die
soziale Marktwirtschaft es geschafft hat,
Kapital und Arbeit zu versöhnen, so muss
die Marktwirtschaft versuchen, in der ökologischen Dimension
die Spannung zwischen nachhaltiger Wirtschaft
und kurzfristigem ökonomischem Erfolg zu
überbrücken."
In Wirklichkeit gibt es jedoch nur Frieden vor
unerwünschten Konsequenzen im Einklang mit den relevanten
Wirklichkeiten; Gott würfelt nicht und lässt sich
nicht beliebig reden! Das dem, in der Technik so ist, wissen wir im
Prinzip, auch wenn wir es oft besser wissen wollen. Das Gleiche
gilt im Umgang mit Humansystemen; kein Friede ohne
Wirklichkeitsbezug, weil ohne ihn Menschen nicht
liebesfähig und vom Anschein her auch nicht
liebeswürdig sind. Dafür, also gegen die
Wirklichkeitsordnung des Schöpfers, gibt es die folgenden
Ausreden und deren Überwindung mit umfassenderen Ausreden um
den pre-trans-trappenden Zeitgeist, an
Gottes Stelle manipulierbar, zu beschwören:
-
Meinungen ohne Bezug zum Gemeinten, bis hin zur Bibel bloss
vom Buchstaben her ohne Bezug zu Jesus Christus, machen keinen
Sinn, sind wie die Bibel es sagt, toter Buchstabe.
-
Menschenrechte sollen die Mindestnorm darstellen, welche die
Würde des Menschen als Gottes Geschöpf wahrt. Dafür
sind sie notwendig, aber nicht hinreichend; dazu
bedarf es des reellen
Menschen selbst, der auf seine Lebenswirklichkeit eingeht. Was
wäre, wenn die Natur nicht mehr auf die Naturgesetze einginge,
und auch nur argumentieren würde?
- Der
Staat hat von Religionen getrennt, nur die Menschenrechte
und andere unveräusserlichen, allgemeinen Rechte personen-neutral
zu wahren. Nur der reelle
Mensch vermag den reellen
Menschen, sich und seine Mitmenschen, einaner
reell, nicht einfach unverbindlich abstrakt zu tolerieren, zu
achten und zu schützen. Weder der Staat noch Religionen
können solche Rechte, von versteckten Absichten
losgelöst, definieren und gewähren. Dem Staat obliegt es
bloss, das Zusammenleben aller von ihm Betroffenen allgemein zu regeln, und der
Religion
dafür das Verhältnis des "Menschen" zu Gott von der Form her zu klären.
- Für
Hans Küng gibt es kein Weltfriede ohne Religionsfriede. Keine
Religion kann sich davon freisprechen, dass in ihrem Namen
Gewalt ausgeübt wurde oder wird. Die dadurch
entstandene Erblast erledigt sich nicht von selbst, schon
gar nicht ohne den gemeinsamen Willen, zur historischen
Wahrheit zu stehen. Das wiederum ist nur in der persönlichen Wahrheit der
Akteure möglich, nur diese führt zum
Gegenteil der Gewalt, Lebenserfüllung. Dabei gilt es zu
bedenken, dass man Niemanden zum Glauben zwingen kann,
genauso wie man nicht einmal sich selbst einen Glauben aufzwingen
lassen sollte. Hier liegt des Menschen Kreuz, das nur mit
Liebe getragen werden kann, was wiederum nur im
Wirklichkeitsbezug möglich ist.
- Der
Glaube kann, wie Papst Benedikt immer wieder hervorhebt,
nicht auf die Vernunft des Menschen
verzichten, aber, und das sagt er nicht, schon gar nicht auf
persönlich relevante
Einsichten. Gegen die Vorstellung eines
absolut freien, aber gerade in seiner
Freiheit willkürlich handelnden Gotte richtet
sich ein guter Teil der philosophischen
Religionskritik zu Beginn der Neuzeit - als
verdeckte Selbstkritik! Mittlerweile hat man daraus die
postnormale
Ideologie gemacht. Wie sollte der Mensch
bestehen können, wenn er sich im Vollzug des Glaubens der
Willkür Gottes ausliefern muss? Eine Religion, bzw. eine
Ideologie die das, bzw. Beliebigkeit von ihm fordert,
ist menschenunwürdig. Wie
aber steht es mit der Religion gegenüber dem persönlich relevanten
Wirklichkeitsbezug? Da tun sich fast alle Religionen
trotz dem wunderbaren Vorbild Jesus schwer; man will eben
doch Macht über den
"Menschen" und dafür darf es keine allzu
reellen Menschen geben.
Darum gingen die Propheten in die Wüste, und Niklaus von der Flüe
ins abgeschiedene Flüeli-Ranft. Sie sehen, auch mit der
selbst vom Papst beschworenen Versöhnung von Glaube und
Vernunft, ist es ohne Bezug zur individuellen Lebenswirklichkeit
nicht getan, damit und dafür ging ja Jesus ans Kreuz, nicht
für die Kirchenmacht.
- Wer
fordert, bzw. sich damit herausredet, dass nicht nur Glaube und
Vernunft untrennbar zusammengehören, sondern Glaube, Vernunft und Freiheit, schüttet das
Kind vor dem Himmelstor mit dem Bade der Beliebigkeit aus! Damit
schafft man nur die Not, die man dann mit der Durchsetzung einer
politischen Herrschaft zu
wenden vorgibt; als Problem also, das sich als Lösung ausgibt.
Dagegen erregt man dann den politischen Widerstand, bzw. den
Terror, den man dann ja nur wieder als Teufel mit Belzebub
auszutreiben versucht und angeblich Gutes meinend, noch mehr
Böses schafft.
- Er
brauche, so die Gutmenschen, die auch nichts mit der Wirklichkeit
am Hut haben, Geduld und Vertrauen, langen Atem und
offene Herzen. Um des Friedens willen gebe es keine
Alternative dazu, auch nicht um des Glaubens willen. Damit ist wohl
die Wirklichkeit endgültig weg vom Tisch des
Zeitgeistes...
- Damit
könnte man leicht meinen, wir seien zum Dialog
verdammt. Doch das wäre nicht einmal die halbe Wahrheit.
Wir sind es zwar zuerst und vor allem uns selbst und unserem
Glauben schuldig, trotz aller bedrückenden Erfahrungen,
miteinander zu sprechen; aber mit Kompetenz über das
Verstehen, Vorstellungen zur Umsetzung der Wirklichkeit
auszutauschen. Das ist es, was Gott uns zumutet! Diesen Gott nennen
christliche und islamische Philosophen bloss in ihren
Begriffsgötzen den "Gerechten" und "Barmherzigen", nicht den
Schöpfer - und stiften ihr Zielpublikum damit zu
Kreuzzügen und Heiligen Kriegen an - eben als ultimative Waffe
gegen das Aufkommen des Wirklichkeitsbezuges unter reellen
Menschen...
Weiter führende
Lektion: Es gibt
keinen Frieden, ohne dass eine kritische Anzahl Menschen
entsprechende Prinzipien
einhält. Dies auch wenn Intellektuelle, gewissen-
und damit aus Prinzip prinzipienlos andere Meinungen zu
Besten geben, und sich dafür mit entsprechenden Forderungen
wortgewaltig fördern und feiern
lassen...
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